Quenstedt kann’s noch

Erstes Heimatfest seit über einer Dekade sehr positiv bewertet
Im Jahr 2002 sah man so etwas in Quenstedt das letzte Mal – auf dem Gelände des Sportvereins SV Eintracht Quenstedt standen mehrere Festzelte, ein Karussell und eine Hüpfburg wurden aufgestellt, das Eiersammeln durch das Dorf wurde durchgeführt und zwei Schützenkönige wurden gekrönt. Am Wochenende vom 04.08.2017 – 06.08.2017 fand nach 15-jähriger Abstinenz im Rahmen der 1025-Jahr-Feier des Dorfes Quenstedt wieder ein Heimatfest in unserer Gemeinde statt. Unter der Führung von Ortsbürgermeisterin Simone Barth arbeiteten die ortsansässigen Vereine zusammen, um ein Sommerhighlight und ein ansprechendes Festprogramm auf die Beine zu stellen. Auch Petrus war an diesem Wochenende größtenteils auf der Seite der Quenstedter und verschonte sie mit dem in diesem Sommer fast schon durchgängigen Regenwetter. Stattdessen konnte man die drei Festtage bei sommerlichen Temperaturen genießen.

Freitag
Gegen 15:30 Uhr wurde das Jubiläumswochenende im großen Festzelt von der Quenstedter Ortsbürgermeisterin Simone Barth offiziell eröffnet. Der Quenstedter Chor „Frohsinn“ versorgte in dieser Zeit die schon zahlreich erschienenen Gäste mit Kaffee und Kuchen. Diese sahen hierbei, dass der Vereinspräsident des SV Eintracht Quenstedt, Gernot Wurzler, aufgrund seiner mittlerweile 25-jährigen Ausübung als Vereinspräsident mit dem „Blumenstrauß der Woche“ geehrt wurde. Außerhalb des Zeltes konnte man sich währenddessen auch schon an verschiedenen Speisen und Getränken ergötzen. Ein großer Dank geht hierbei an Frank Hüpfel und sein Cateringteam, welches an allen drei Tagen hervorragend für das leibliche Wohl sorgte.

Kurz nach der offiziellen Eröffnung konnten auch schon die kleinsten Besucher im kleinen Festzelt bestens unterhalten werden. In einer aktiven Märchenstunde mit dem Duo Wezett wurden die Kinder nicht nur bespaßt, sondern mussten auch selbst daran teilnehmen, was sich als großer Spaß für Kinder und Eltern herausstellte.

Am Abend folgte dann der erste große spektakuläre Punkt an diesem Wochenende. Aufgrund ihrer jahrelangen Tätigkeit und Mitgliedschaft im Quenstedter Sportverein wurden fünf verdiente Sportkameraden mit einem exklusiven Ehrenwimpel der Quenstedter Eintracht geehrt. Günter Fischer, Gerhard Göppert, Manfred Jordan, Klaus und Rolf Ciesielski standen hier völlig zurecht im Mittelpunkt und wurden unter Applaus vom Platz geleitet. Im Anschluss an diese Zeremonie ging es dann zur Sache. Nachdem im letzten Jahr im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums von Eintracht Quenstedt die Traditionsmannschaft des 1. FC Magdeburg mit einigen Europapokalsiegern von 1974 auf eine Traditionsmannschaft von Eintracht Quenstedt traf, sollte es in diesem Jahr gegen eine Traditionsmannschaft des Halleschen FC gehen. Über 100 zahlende Zuschauer sahen hier ein spannendes und durchaus ausgeglichenes Spiel, welches die Traditionsmannschaft der Eintracht am Ende nicht unverdient mit 3:2 für sich entscheiden konnte. Der Rest des Abends wurde gemeinsam und gemütlich bei Speis und Trank verbracht.

Samstag
Der Samstag begann so, wie der Freitag endete – mit Fußball. Der Sportverein SV Eintracht Quenstedt war Gastgeber des „Pokals des Bürgermeisters“ der Stadt Arnstein. Nach der Begrüßung und Eröffnung des Turniers durch Bürgermeister Frank Sehnert und Vereinspräsidenten Gernot Wurzler schenkten sich die Teams aus Bräunrode, Welbsleben, Arnstedt, Sandersleben und Quenstedt in zehn Spielen á 20 Minuten nichts. Am Ende musste gar ein Elfmeterschießen zwischen Titelverteidiger Bräunrode und Welbsleben herhalten, um den neuen Turniermeister zu küren. Hierbei behielt die Landesklassemannschaft aus Bräunrode den kühleren Kopf und gewann das Turnier.

Für die weniger fußballinteressierten veranstaltete die Kindertagesstätte „Quenstedter Rappelkiste“ parallel zum Turnier ein Programm für Groß und Klein. Um 15:00 Uhr fanden wieder in beiden Zelten verschiedene Festpunkte statt. Das kleinere Festzelt enterten wieder die Kinder mit dem Duo Wezett, welches hier u.a. ihr Animationsprogramm „Drei kleine Schweinchen“ aufführte. Im großen Festzelt trat der Quenstedter Chor „Frohsinn“ auf. Bei Kaffee und Kuchen, diesmal von zahlreichen Personen aus und um den Sportverein zubereitet, lauschte man hier den Klängen aus der Region. Im Anschluss daran trat die Modekiste Frose e.V. auf, gefolgt von der Folkloregruppe „Südharz-Musikanten“. Somit war der gesamte Nachmittag abwechslungsreich und unterhaltsam abgedeckt.

Gegen 20:00 Uhr lud die in Quenstedt vor allem durch ihr Engagement beim Quenstedter Carneval Club bekannte Gruppe Intensiv aus Eisleben und Helbra zum Tanz ein. Über vier Stunden spielte die Band aus allen möglichen Genres und verwandelte das Festzelt zur Partymeile. Ein weiteres Highlight des Wochenendes waren zweifellos die Auftritte des QCC unter der Führung ihres Präsidenten Hartmut Günther Schlegel. Während die Band ihre kurzen Pausen einlegte, übernahm das närrische Volk das Zepter im Zelt und gab einige Höhepunkte aus den vergangenen Jahren zum Besten. Den Anfang machten hierbei die Frauen vom QCC, welche durch ein Partymedley mit dem krönenden Abschlusslied „Hulapalu“ von Österreichrocker Andreas Gabalier die Gäste zum Feiern brachten. In der nächsten Bandpause erklangen die Lieder aus dem Filmklassiker Dirty Dancing. Hierbei zeigten die Männer des Carneval Clubs, welch grazile und anmutige Tanzvorstellung sie liefern können. Einmal mehr kannte die Stimmung im Zelt keine Grenzen.

Der dritte und womöglich auch spektakulärste Programmpunkt des QCC war der überaus beliebte gemischte Tanz zum Lied „Rock me“. 21 Mädels und Jungs vom QCC verwandelten hier die Bühne zur großen Tanzfläche, wie man es sonst nur aus dem Quenstedter Greml oder vielleicht aus dem Fernsehen kennt. Wenn das Dach des Festzeltes nicht fest gewesen wäre, spätestens hier wäre es abgeflogen. Im weiteren Verlauf des Abends nutzten die zahlreichen Gäste die Musik der Band zum ausgiebigen Tanzen und Feiern.

Sonntag
Der Sonntag begrüßte die früh Aufgestandenen mit Kaiserwetter. Um 08:00 Uhr startete der von der Feuerwehr organisierte Festumzug an ebendieser und zog durch das Dorf, um Eier, Speck und Zwiebeln zu sammeln. Hinter einem Festwagen, auf welchem der Spielmannszug der Feuerwehr ihr Repertoire zum Besten gab, fanden sich im Laufe des Umzugs immer mehr Quenstedter ein und halfen dabei, möglichst viele Eier für das anschließende Rühreieressen auf dem Festgelände zu sammeln. Nach gut zwei Stunden endete man schließlich am Sportplatz und übergab die gefühlt 10 Einkaufskisten Eier an die fleißigen Helfer, welche hieraus ein sehr leckeres Rührei zauberten.

Doch das war bei weitem nicht alles, was man am Sonntagvormittag bestaunen konnte. So organisierte Familie Huber aus Welbsleben ein Ponyreiten mit zwei Tieren, was besonders den vielen anwesenden Kindern gefiel. Und wie es sich für ein Heimatfest in Quenstedt gehört, wurde nach jahrelanger Pause auch wieder ein großer und ein kleiner Schützenkönig durch das Adlerschießen gekrönt. Unter der Leitung der Jagdgenossenschaft setzten sich hier als großer Schützenkönig Lutz Piontek und als kleine Schützenkönigin Mia Schmidt gegen zahlreiche Konkurrenten durch.

Bevor man schlussendlich die Festtage ausklingen ließ, wartete man noch mit einem musikalischen Leckerbissen auf. Der Hettstedter Fanfarenzug e.V. zeigte zum Abschluss des Wochenendes sein ganzes Können und begeisterte die vielen Gäste, die sich auch am Sonntag auf dem Festplatz eingefunden hatten.

Es war ein gelungenes Wochenende und Quenstedt bedankt sich bei allen Helfern und allen Vereinen, denn ohne euch wäre dies alles nicht möglich gewesen.

Martin G.

2 Narren gefällt das.